Namenslisten und Fehlzeiten in der Insolvenz

Leitsatz

1. Im Insolvenzverfahren können in einem Interessenausgleich mit Namensliste bei der zu treffenden Sozialauswahl zur Schaffung einer ausgewogenen Personalstruktur Fehlzeiten herangezogen werden.2. Dabei dürfen nur solche Fehlzeiten in einem angemessenen Zeitraum (z. B. 2 Jahre) berücksichtigt werden, die für die Zukunft relevant sein können.

3. Die Berücksichtigung von Fehlzeiten allein in der Altersgruppe der 51- bis 60-jährigen ist altersdiskriminierend und eine solche Auswahl ist grob fehlerhaft.

4. Die Berücksichtigung von Fehlzeiten als alleiniges Kriterium in einer Altersgruppe führt zu einer unzulässigen personenbedingten Kündigung.

1. Die Berücksichtigung von Fehlzeiten zur Schaffung einer ausgewogenen Personalstruktur  kann nur bezogen auf den gesamten auswahlrelevanten Personenkreis erfolgen.2. Der auswahlrelevante Personenkreis kann in angemessene Gruppen mit unterschiedlichen Fehlzeiten aufgeteilt und die Kündigungen auf die Gruppen anteilig verteilt werden.

Quelle: ArbG Cottbus 11. Kammer 23.08.2012, Akz. 11 Ca 10335/12

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