ZEN – Sozialplan bei ACO Passavant

Einigung über Sozialplan bei ACO Passavant in Michelbach erzielt

Durch die Schließung der Gießerei bei ACO Passavant in Michelbach muss 43 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt werden. Insgesamt fallen 100 Stellen weg. Das ist das Ergebnis der intensiven Verhandlungen zwischen Betriebsrat und der ACO-Geschäftsführung. Die Kündigungen sollen jedoch erst im kommenden Jahr ausgesprochen werden. Die Einigung über den Sozialplan wurde in diesen Tagen erzielt, heißt es in einer Pressemitteilung der IG Metall. Die Mitarbeiter seien in dieser Woche informiert worden. Insgesamt wendet ACO dafür 1,7 Millionen Euro auf.

Neben Versetzungen und Angeboten zur Umschulung werde Mitarbeitern, die dafür infrage kommen, auch eine Altersteilzeit-Regelung angeboten. Für diejenigen, die eine Rente beanspruchen können, werden mögliche Zeiten der Arbeitslosigkeit und etwaige Verluste bei der Rente rechnerisch für 20 Jahre ausgeglichen. Die Pförtnerstellen werden wieder mit Mitarbeitern von ACO besetzt werden.

Arbeitnehmer, die freiwillig ausscheiden, weil sie beispielsweise eine neue Stelle gefunden haben, erhalten ebenfalls eine Abfindung. Schließlich müsse dadurch einem anderen Mitarbeiter nicht gekündigt werden.

Da es sich bei der Abfindung nach dem Gesetz um den Ausgleich möglicher wirtschaftlicher Nachteile in der Zukunft handele, sei die Abfindung geringer als bei Arbeitnehmern, denen gekündigt würde. Die Annahme, bei der Abfindung handele es sich um eine Art „Schmerzensgeld“ für die Vergangenheit, sei allerdings falsch, erläutert Doris Wege, 2. Bevollmächtigte der IG Metall.

Was die Höhe der Abfindungen angehe, habe dieser Hintergrund deshalb zur Folge, dass jüngere Arbeitnehmer mit besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt weniger erhalten als Arbeitnehmer ab 50 Jahren. ACO Passavant Guss wird rund 1,7 Millionen Euro für den Sozialplan aufwenden. „Die finanzielle Ausstattung bewerten wir als Betriebsrat durchaus als stattlich. Der Erfolg bei den Verhandlungen wiegt trotzdem nicht den Verlust der Arbeitsplätze auf“, so Betriebsratsvorsitzender Michael Rittgen. Der Betriebsrat sei auch „misstrauisch“, was die Zukunft des Werkes angehe. Deshalb gelte der Sozialplan auch bis Ende 2016. „Wir hoffen, dass er nicht mehr zum Zug kommen muss“, so Wege.

Quelle: Wiesbadener Tageblatt

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