Transferagentur

Unter Transferagentur wird ein Unternehmen verstanden, das Transfermaßnahmen anbietet. Diese Maßnahmen sollen der Neuorientierung von Mitarbeitern dienen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Die Unterstützung und Dienstleistung erfolgt während der Kündigungsfrist. Sie kann maximal bis zu 18 Monaten vor Ende des jeweiligen Arbeitsverhältnisses angeboten werden und endet mit der maximalen, individuellen Kündigungsfrist.

Die Durchführung einer Transferagentur gemäß § 216 a SGB III wird durch die Agentur für Arbeit finanziell gefördert. Die Voraussetzungen für den Erhalt von Fördergeldern sind in § 110 SGB III beschrieben.

Sinn und Zweck von Transfermaßnahmen ist es, Arbeitnehmern den Übergang (Transfer) aus dem alten in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu erleichtern. Die Maßnahmen sind sehr vielfältig und können aus folgenden Leistungen bestehen:

  • Informationsveranstaltungen
  • Vermittlungs- und Jobcenter
  • Profiling / Tiefenprofiling
  • Bewerbungstraining
  • Einzelcoaching
  • Qualifizierung

Voraussetzungen

Damit die Betriebsparteien die Förderung durch die Agentur für Arbeit erlangen, ist ein Beratungsgespräch im Vorfeld von Sozialplanverhandlungen mit der Agentur obligatorisch. Die Agentur prüft, ob einerseits die betrieblichen Voraussetzungen sowie andererseits die persönlichen Voraussetzungen der betroffenen Personen vorliegen. Ist das der Fall, sind beispielsweise alle Mitarbeiter von Arbeitslosigkeit bedroht, hat der Mitarbeiter sich verbindlich für die Teilnahme entschieden, ist die Qualität der Maßnahmen sichergestellt, ist die Durchführung der Maßnahme finanziell und von der Infrastruktur her gesichert, dann kann ein Antrag auf Förderung gestellt werden.

Umfang und Dauer der Förderung

Diese Förderung umfasst 50 % der erforderlichen und angemessenen Maßnahmekosten für die betroffene Person in einem Umfang von bis zu 2500 Euro pro Person, allerdings nur dann, wenn sich das Unternehmen im gleichen Umfang beteiligt.

Einzel- und Gruppenberatung mit folgenden Bestandteilen:

  • Erarbeitung eines Kompetenzprofils / Profiling
  • modulares Orientierungs- und Bewerbungstraining in Kleingruppen und anschließende
  • Einzelberatung
  • Gruppencoaching
  • Outplacementbüro vor Ort zur individuellen Verfügung
  • Unterstützung bei der Stellensuche

Nutzen für Mitarbeiter

  • frühzeitige berufliche Orientierung bereits während der Kündigungsfrist
  • Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung
  • Verkürzung des Suchprozesses „von Job zu Job“
  • Unterstützung bei der Stellensuche
  • Hilfestellung in der Trennungssituation

Nutzen für den Betriebsrat

  • Abschätzung der ggf. noch zusätzlichen Qualifizierungserfordernisse in einer Transfergesellschaft. Im Rahmen eines ZEN-Sozialplan (Zukunftsorientierter – Einzelfallgerechter Nachteilsausgleich – Sozialplans) zu berücksichtigen.
  • Einkommenseinbussen im Folgearbeitsverhältnis sind ggf. eindeutig zu bestimmen. Im Rahmen eines ZEN-Sozialplan (Zukunftsorientierter – Einzelfallgerechter Nachteilsausgleich – Sozialplans) zu berücksichtigen.
  • Nachteile aus z. B. dem Verlust des Tarifvertrages im folgenden Arbetisverhältnis lassen sich bestimmen. Im Rahmen eines ZEN-Sozialplan (Zukunftsorientierter – Einzelfallgerechter Nachteilsausgleich – Sozialplans) zu berücksichtigen.
  • Individueller Sozialplananspruch kann individuell abgezinst werden, wenn das neue Arbeitsverhältnis bestand hat.  Ansonsten Rückfall auf Rest-Sozialplananspruch.

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